Associació Cultural
Barcelona

Biographie

Helios Gómez wurde 1905 in Sevilla, im Stadtbezirk Triana geboren. Er macht eine gewerbliche Lehre als Keramikdekorateur in der Fabrik von Cartuja in Sevilla. Danach studiert er an der Kunstgewerbeschule von Sevilla. Seine ersten Werke erscheinen in der anarchistischen Zeitung "Páginas Libres". Ausserdem illustriert er Werke der sivillanischen Schriftsteller Rafael Laffon und Felipe Alaiz. 1925 stellt er zum ersten Mal seine eigenen Werke im Kursaal von Sevilla aus, ein Jahr später im Ateneo von Madrid und in der Galerie Dalmau in Barcelona. Fest von der Notwendigkeit eines politischen Wechsels überzeugt, schliesst er sich anarchistischen Gruppen an. Von Anbeginn entscheidet er sich dafür, auf der Grundlage eines einheitlichen Prinzips zu sprechen, zu malen und zu schreiben in Übereinstimmung mit seinen politischen Zielen. Nach den Worten von Jean Cassou
 war er Künstler, weil er Revolutionär war und Revolutionär, weil er Künstler war. 1927 ist er aus politischen Gründen gezwungen, Sevilla zu verlassen und geht nach Paris ins Exil. Dort stellt er in verschiedenen Gallerien aus und arbeitet als Grafiker für "Tiempos Nuevos y Rebelión", eine spanische Exilzeitschrift und für die Wochenzeitung "Vendredi". Festgenommen wegen seiner Teilnahme an den Protestaktionen gegen die Hinrichtung von Sacco und Venzetti wird er anschliessend aus Frankreich ausgewiesen. Er geht nach Brüssel, wo er seine Werke ausstellt, als Dekorateur arbeitet und das Buch "Rien qu 'un homme" von Max Deauville illustriert. Im Jahr 1928 reist er nach Amsterdam, Wien, Berlin und für zwei Monate in die Sowjetunion. 1929 geht er nach Berlin, wo er wiederum ausstellt und mit Zeitschriften wie dem "Berliner Tageblatt" zusammenarbeitet und sich in Buchdruckerkunst und Innenarchitektur weiterbildet. Zu Beginn des Jahres 1930 veröffentlicht die Internationale Arbeitervereinigung in Berlin sein erstes Album  "Días de ira" (Tage des Zorns). 
 Nach dem Ende der Diktatur von Primo de Rivera , Ende 1930 kehrt Helios zurück nach Barcelona, wo er für eine Vielzahl von Zeitschriften arbeitet wie z.B: L´Opinió, La Rambla , La Batalla, L´Hora , Bolívar y Nueva España  und Buchtitel und Illustrationen von Büchern gestaltet, vor allem für linke Publikationen. Es ist das Jahr, in dem er sein Manifest "Warum ich dem Anarchismus den Rücken kehre" veröffentlicht und in die Kommunistische Vereinigung von Katalonien und den Balearen eintritt, wo er im BOC (Block der Arbeiter und Bauern) aufgenommen wird, um schon kurz darauf wegen seines Antidogmatismus wieder ausgeschlossen zu werden. 1931 tritt er in die PCE (Kommunistische Partei Spaniens) ein und arbeitet als Illustrator für "Mundo Obrero" (Welt der Arbeiter). 1932 wird er in Madrid wegen seiner Militanz festgenommen, eingesperrt und dann ins Gefängnis von Jaén in Andalusien verlegt. Er wird vorläufig freigelassen, um einer Einladung von VOKS  als spanischer Repräsentant auf dem internationalen Kongress proletarischer Künstler in der Sowjietunion zu folgen. Dort lebt er bis 1934.
Während dieser Zeit reist er nach Leningrad, lebt in Moskau, stellt 1933 im Puschkin-Museum aus und der staatliche Kunstverlag veröffentlicht sein zweites Album “Revolución Española“ (Die spanische Revolution). In seinem Werk gibt er die abstrakten Elemte für einen eindrucksvollen/wirksamen Realismus auf, der von leichter Verständlichkeit und starken sozialen Inhalten geprägt ist, weit entfernt vom sozialistischen Realismus , den er immer kritisieren würde. Er kehrt im Frühling 1934 nach Barcelona zurück, wird aber im Herbst erneut im Zusammenhang mit dem Arbeiteraufstand verhaftet und geht nach seiner Freilassung nach Brüssel. Dort veröffentlicht er zu Beginn des Jahres 1935 sein drittes Album über die Ereignisse des vorangegangen Jahres “ Viva Octubre“ (Hoch lebe der Oktober). Er kehrt 1935 nach Barcelona zurück, wo er mit anderen Künstlern die Gruppe "Els Sis" (Die Sechs) gründet und 1936 -linke Grupierungen sind inzwischen wieder erlaubt- die Gewerkschft der Zeichner/Maler, die während des Krieges intensiv die Herstellung von anarchistischen und republikanischen Plakaten  und Aushängen betreibt. Ausserdem zeichnet er für eine Vielzahl von Publikationen und malt Bilder über den Krieg oder surrealistische Bilder.
Zu Beginn des spanischen  Bürgerkrieges kämpft er auf den Barikaden für die Verteidigung Barcelonas und schliesst sich der Vereinigung antifaschistischer Intelektueller Kataloniens an, wird zum Politkomissar der (Gewerkschaft?) UGT ernannt und organisiert die "Columna Ramón Casanellas". Er geht mit dem Schiff auf die Befreiungsexpedition "Bayo", um Mallorca und Ibiza zu befreien, kämpft mit an den Fronten in Aragonien, Madrid und Andalusien und ist als Kultursoldat der 26. Division verantwortlich für den Hauptteil und die Kopftitelseite der Tageszeitung "El frente"(Die Front). Ausserdem ist er verantwortlich für die Organisation der Durutti-Ehrung  in Barcelona.
 Nach dem verlorenen Krieg flüchtet er sich nach Frankreich, wo er zwischen Februar 1939 und Mai 1942 in Konzentrationslagern in Argelés-sur-mer, Bram, le Vernet d'Ariège y Djelfa (Algerien) interniert wird.
1942 kehrt er abermals nach Barcelona zurück und gründet die kurzlebige Gruppe "Liberación Nacional Republicana" und das "Casa de Andalucia".
1948 präsentiert er eine Austellung in der Galerie Arnaiz mit surrealistischen Werken und während seiner letzten Jahre malt er dekorative Wandbilder, wie die des "Jazz Colón" oder des Seniorenheims San Jaime in Barcelona. Zwischen 1945/46 und von 1948 bis 54 wird er verhaftet und im Gefängnis Modelo von Barcelona eingesperrt, wo er die als "La Capilla Gitana" bekannt gewordene Kapelle bemalt.
Trotz der 1950 unterschriebenen Entlassungsurkunde bleibt er weitere vier Jahre Gefangener und stirbt zwei Jahre darauf 1956 in Barcelona.

 

Bibliographie

Helios Gómez, poemas de lucha y sueño, 1942-1956,ACHG, Barcelona, 2006.
Helios Gómez, Visca Octubre, Museu de Granollers, ACHG, Museu d'Història de Catalunya, CarCob (Bruselas), Granollers, 2005.
Helios Gómez, 1905-1956, Catálogo de exposición, IVAM Centre Julio González, Generalitat Valenciana, Valencia, 1998.
Ursula Tjaden: Helios Gómez Artista de Corbata Roja, Txalaparta, Tafalla, 1996.
Carles Fontseré: Memòries d'un cartelista, Portic, Barcelona,1995.
Ursula Tjaden: Die Hülle zerfetzen Helios Gómez 1905-1956 Andalusier Künstler Kämpfer, Elefanten Press Verlag GmbH, Berlín, 1986.
Art Contra la Guerra, Catàleg d'exposició, Ajuntament de Barcelona, Barcelona, 1986

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